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Wie verändert sich das Gedenken an NS-Verfolgte durch den zunehmenden Einfluss nationalistischer Strömungen?

19.März @ 19:00 - 21:00

Wie verändert sich das Gedenken an NS-Verfolgte durch den zunehmenden Einfluss nationalistischer Strömungen?

In den letzten zwei Jahren wurde die Gedenkveranstaltung an die Befreiung des Frauen-KZ Ravensbrück von polnischen Nationalist*innen gestört.
Um zu verstehen, wieso diese Gruppierungen versuchen, Gedenkorte von NS-Verfolgten für die Verbreitung ihrer nationalistischen Ideen zu instrumentalisieren, ist es wichtig, einen Blick auf die Geschichte nationalistischer Strömungen in Polen zu werfen. Außerdem wollen wir Kontinuitäten bis heute und die Gründe für ihr aktuelles gesellschaftliches Erstarken betrachten.

Auch im Bremer Kontext lassen sich die Folgen des Erstarkens rechter Parteien und Diskurse für die lokale Gedenkarbeit erkennen.
Der Denkort Bunker Valentin in Bremen Farge ist betroffen von rechten Provokationen/Schmierereien. In der pädagogischen Arbeit des Denkortes fallen vermehrt Besucher*innen auf, die sich rechts positionieren.

Deutschlandweit führt das Erstarken der AfD dazu, dass öffentliche Gedenkveranstaltungen von Vertreter*innen der AfD besucht werden, die rechtspopulistische Positionen vertreten. AfD-Mitglieder drängen bspw. auch in die Stiftungsräte von Gedenkstätten, um dort ihre revisionistischen Ideen zu verbreiten. Sie versuchen mit verschiedenen Mitteln, das staatlich organisierte Gedenken der NS-Verbrechen zu boykottieren, bspw. indem sie eine Einschränkung öffentlicher Ressourcen fordern.

Wir haben verschiedene Referent*innen eingeladen, um diese Entwicklungen im deutschen und polnischen Kontext besser einordnen zu können. Außerdem wollen wir über die Möglichkeiten eines antifaschistischen Gedenkens an die Verfolgten des NS als Teil einer kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie diskutieren. Wie können linke, basisorganisierte Strategien zur Gestaltung eines solchen Gedenkens aussehen, die sich einer Vereinnahmung nationalistischer Positionen widersetzen?

Wir freuen uns auf den Austausch mit folgenden Referent*innen:

Eine Bremer Aktivist*in und Mitarbeitende am Denkort Bunker Valentin erzählt über ihre Erfahrungen vor Ort.
Eine Aktivist*in aus Berlin, zugleich auch Osteuropa-Historikerin, spricht über die bei der Gedenkfeier in Ravensbrück auftretenden polnischen nationalistischen Gruppierungen, über die militärischen Organisationen, derer sie u.a. dort gedenken und die aktuelle, offizielle, nationalistische Geschichts- und Gedenkpolitik in Polen.
Zwei Aktivist*innen der Uckermark-Initiative erzählen über ihre Erfahrungen. Die Uckermark-Initiative ist ein selbstorganisierter Zusammenschluß von Antifaschist*innen und Feminist*innen , die sich seit Jahren für die Gestaltung des Gedenkortes Uckermark einsetzen und Gedenken an die Verbrechen im ehemaligen Jugend KZ für Mädchen und junge Frauen und deren Kontinuitäten organisieren.

Für die diesjährige Befreiungsfeier in der Uckermark am 13. April um 14:30 Uhr und für die Befreiungsfeier in Ravensbrück am 14. April um 10:00 Uhr wünschen wir uns eine starke antifaschistische und feministische Teilnahme!

Eine koproduktive Veranstaltungsgruppe aus der Initiative für einen Gedenkort ehem. KZ Uckermark e.V. und Aktivist*innen aus queerfeministischen, antifaschistischen Zusammenhängen in Bremen

Details

Datum:
19.März
Zeit:
19:00 - 21:00